Dollnstein   Kirche      Pfarrhof     Ortsbefestigung und Burg      Ehemalige Amtsgebäude      Alte Jurahäuser

 

 Sehenswertes in Dollnstein

 

Pfarrkirche St. Peter und Paul

 

Optischer Mittelpunkt Dollnsteins ist die Pfarrkirche. Ihre Lage auf dem Nordausläufer des durch die Erosionskraft von Urdonau und Altmühl entstandenen Felsens war wohl der Grund dafür, dass seit ihren Anfängen im frühen Mittelalter  ihr Hauptpatron der Apostel Petrus, der „Fels“ (vgl. Mt.16,18), ist.  Bereits im Jahr 1063 weihte Bischof Gundekar II. von Eichstätt hier eine Kirche, wohl ein einschiffiges romanisches Gotteshaus mit einer kleinen Apsis.
Schon in der Frühzeit des 14. Jahrhunderts wurde diese durch den einen gotischen Chor ersetzt, der um 1330 mit  Fresken ausgestattet wurde. 1842 wurde das Kirchenschiff verlängert, 1932 wurden außer einer nochmaligen Verlängerung nach Westen auch  die beiden Seitenschiffe angebaut. Das mittelalterliche Spitzdach des Turmes wurde nach einem Brand durch Blitzschlag 1727 durch den heutigen Mansardenhelm ersetzt, für den Gabriel de Gabrieli die Pläne zeichnete.

Neben den Chorfresken birgt die Kirche weitere z. T. bedeutende Kunstschätze, so z. B. ein kleines Abendmahlsgemälde von Hans Schäufelein (etwa1521), ein Relief der Beweinung Christi (um 1500), eine Madonnenstatue und eine Pieta (um 1500) und Grabplatten Dollnsteiner Amtspersonen und Pfarrer.

 

Zu den Kunstwerken in der Kirche 

 

 

Der Pfarrhof

 

Das barocke Gebäude wurde 1744 nach Plänen von Gabriel de Gabrieli, des wohl bedeutendsten der fürstbischöflich - eichstättischen Baumeister, errichtet. Der zweigeschossige Bau mit 7 Fensterachsen und dem für Bauten von Gabrieli typischen Mansarden - Walmdach ist bis heute der repräsentativste Bau des Ortes. Über dem Eingang befindet sich das Wappen des damaligen Fürstbischofs Johann Anton von Freyberg.

 


Der Pfarrhof  im Fronleichnamsschmuck


Das Wappen des Fürstbischofs
Johann Anton von Freyberg über dem Eingang


 

Mittelalterliche Ortsbefestigung

 

 


Ringmauer mit Petersturm, Kastenhof und Pfarrkirche


Petersturm von innen mit einem Teil des
rekonstruierten Wehrgangs


Der "Petersturm", das einstige Nordtor

In der heutigen Form wurde die Wehrmauer im Jahr 1490 vom Fürstbischof  Wilhelm von Reichenau auf einer etwa 100 Jahre älteren Vorgängermauer errichtet. Sie zieht sich von der Altmühl halbkreisförmig um den Inneren Markt und wieder zum Fluss zurück . An der An der Südseite boten der Fluss und die Burg genügend Schutz.

Die Wehrmauer ist bis heute vollständig erhalten und gibt dem Ort sein "Gesicht".

Der nördliche Torturm, im Volksmund  "Petersturm" genannt,  trägt das Wappen des Fürstbischofs Wilhelm von Reichenau. Neben dem Turm wurde ein Teil des gezimmerten Wehrgangs rekonstruiert, der sich ursprünglich an der Innenseite der Mauer entlang zog. 

Der südliche Torturm an der Brücke, das "Brückentor", brannte 1904 aus und wurde beim Bau des heutigen Rathauses (früher Schulhaus) 1907 ganz abgerissen.


 


Das einstige Brückentor, abgebrochen 1907


 

Burg Dollnstein

 

Auf dem Felsen inmitten des Tals und an seinen beiden Längsseiten befand sich einst eine mächtige Burganlage, deren Geschichte sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Ihr Ursprung lag zu Füßen Felsens im heutigen Burghof. Wie die archäologischen Grabungen nachwiesen, befand sich hier zunächst eine NIederungsburg, die ursprünglich mit einem in Holz-Erde-Bauweise errichteten Wall befestigt war. Im 10. Jahrhundert entstand an ihrer Stelle ein großräumiger steinerner "Palas", der den Kern dieser Unterburg bildete. Wohl im 12. Jahrhundert wurde dann an der gesamten östlichen Längsseite des Schlossfelsens eine wehrhafte Burgmauer mit Zinnen errichtet. Den Eingang in den Burghof bildete ein romanisches „Kammertor“.
Wohl nach 1200 wurde auf dem schmalen Felsen die Höhenburg errichtet. In der nunmehrigen Vorburg zu ihren Füßen 1445 wurden an die Mauer die „Wirtschaftsgebäude“ bzw. „Burgstallungen“ angebaut. 

1805 versteigerte das Königreich Bayern als neuer Besitzer die gesamte Burganlage. Dies hatte zur Folge, dass die Oberburg auf dem Felsen in den folgenden Jahrzehnten bis auf kümmerliche Reste nach und nach abgebrochen und als Steinbruch Steinbruch ausgeschlachtet wurde.
Von der Unter- bzw. Vorburg am Fuß des Schlossfelsens stehen noch das Burgtor und die an die Burgmauer halbkreisförmig angefügten, in früher Altmühl-Jura-Bauweise errichteten "Wirtschaftsgebäude". Sie sind baugeschichtlich sehr wertvoll und wurden ab 2004 umfassend saniert.  Sie werden  in naher Zukunft das „Altmühl-Informationszentrum Burg Dollnstein“ beherbergen.


Mehr zur Burg unter
www.burgfreunde-dollnstein.de

 


Luftbild der Burganlage Dollnstein (Foto: Hager / Hoedt)


Aquarell und Zeichnung der Burg Dollnstein
vor dem Abbruch in der Pfarrchronik
von Pfarrer Johann Ev. Pöhnlein


 

Eine Besonderheit am ehemaligen Burgtor (oben) ist der eigentliche Tordurchgang, ein so genanntes "Kammertor".

 



Gebäude der Vorburg vom Burghof (oberes Bild)
und von der Altmühlseite her (rechtes Bild) gesehen.
 Hier entsteht das
"Altmühl-Informationszentrum Burg Dollnstein"



 

In der Regel bezeichnet der erste Teil von Ortsnamen auf  "-stein" eine Person, die den Ort gründete. Im Fall von Dollnstein konnte aber bisher eine solche nicht nachgewiesen werden. "Stein", der zweite Teil des Ortsnamens, meint den Felsen in der Mitte des Talkessels, auf dem die Burg errichtet wurde, die für die mittelalterliche Geschichte des Ortes bestimmend wurde. Um sie herum entstand der heutige historische Ortskern, der "lnnere Markt".
 

Der Dollnsteiner Burgfelsen (Schlossfelsen) 
von Norden


 

Ehemalige Amtsgebäude

 



Alter Kastenhof am Marktplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehemaliges Amtsknechtshaus
 


                           
Der "neue Kastenhof"


                             
 Das Laurentiushaus

Aus der fürstbischöflichen  Zeit sind in Dollnstein außer der Vorburg noch vier  "Amtsgebäude" erhalten:
 
Der "alte Kastenhof" am Marktplatz neben dem Gasthof zur Post wurde um 1500 erbaut . Schon 1625 diente er nicht mehr als Kastenhof. 1967 wurde er  abgebrochen ein neues Wohnhauses ersetzt..

Der "neue" Kastenhof" unterhalb der Kirche wurde um 1720 errichtet. Er diente nicht nur der Verwaltung, sondern war auch "Getreidespeicher". Darauf deutet der hohe Giebel mit den vier Speicherböden hin (erkennbar durch die kleineren Fenster).

Daneben befindet sich in der Thorgasse an den Kirchberg angebaut das ehemalige "Amtsknechtshaus", die Wohnung des Amtsknechtes, der mit der heutigen Ortspolizei verglichen werden könnte. Zugleich diente das stattliche Haus als Gefängnis. Darauf weist noch das kleine Fenster der ehemaligen Gefängniszelle an der Westseite des Hauses hin.

Das "Laurentiushaus" in der Papst-Viktor-Straße unterhalb der Kirche diente vor Einführung der "Normalschule" (1785) und zwischen 1803 und 1859 als Schulhaus. Benannt ist es nach dem in den 1920er Jahren nach Kanada ausgewanderten Dollnsteiner Lorenz (=Laurentius) Ziller, der durch eine grpßzügige Spende die Sanierung des Hauses und seinen Umbau zu einem Pfarrheim möglich machte.

Der "Petersturm" (Nordtor) war Wohnung des Türmers und damit ebenfalls Amtsgebäude.


 

Alte Jurahäuser

 

Von den einst zahlreichen Wohnhäusern und Scheunen in der typischen Altmühljurabauweise sind einige (z. T. in renovierter Form) noch erhalten. Das Untergeschoß ist aus Bruchsteinen gemauert, die Wände von Kniestock und Giebel sind Fachwerk; das Dach ist mit mehreren Schichten Kalkplatten gedeckt.

Nur selten war früher das Fachwerk sichtbar, meistens war es verputzt, denn es hatte weniger eine dekorative Aufgabe, als eine rein konstruktive Funktion: Seine kräftigen Eichenbalken mussten das schwere Kalkplattendach tragen.

 


Laurentiushaus, Papst-Viktor-Straße

Papst-Viktor-Straße

Altmühlweg

Reichenaustraße

Brückenstraße

Brückenstraße

Tafernplatz

Pappenheimer Straße

Pappenheimer Straße

Pappenheimer Straße