*1878 Johann
Baptist Pöhnlein +1962
Pfarrer in Dollnstein 1921 - 1933
![]() Pfarrer Johann Pöhnlein ca. 1930 |
Wer sich für die Dollnsteiner
Geschichte interessiert, kommt an ihm nicht vorbei: Johann
Baptist Pöhnlein, Pfarrer in Dollnstein von 1921 bis 1932. Als
Heimatforscher ist er hier vor allem bekannt durch seine drei Hefte
"Alt-Dollnstein". Fast in Vergessenheit geraten sind sein
fruchtbares seelsorgerliches Wirken und seine Bautätigkeit in der Pfarrei.
Lebenslauf |
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Der Heimatforscher Sein ganz besonderes Interesse galt der Heimatgeschichte an den Orten seines Wirkens. Er wertete Pfarrregistraturen und Archive aus und publizierte die Ergebnisse seiner Forschungen in allgemein verständlicher Art in seinen Broschüren . So schrieb er schon 1914 und 1915 in Illschwang das "Kriegsbüchlein eines oberpfälzischen Dorfes im 30-jährigen Krieg", die Hefte "Der Propst von Illschwang" und "Merkwürdigkeiten aus der alten Propstei Illschwang". In den beiden Heften "Die letzte hl. Messe in Illschwang Pfingsten 1542" und "Katholische Gegenreformation in Illschwang" geht er den lokalen Ereignissen in der Reformation ebenso nach wie der katholischen Restauration im 17. Jahrhundert.
Der Pfarrer
Das ein großes Anliegen Pöhnleins war jedoch schon vom Anfang seiner Tätigkeit an der Umbau und die Erweiterung und der Pfarrkirche St. Peter und Paul, die zu klein geworden war. Aber erst in den Jahren 1931/32 konnte diese große Baumaßnahme durchgeführt werden. Das Langhaus um einige Meter nach hinten verlängert, Seitenschiffe wurden angebaut und der Chorbogen verbreitert. Die Pläne zeichnete der in Dollnstein geborene Nürnberger Ludwig Ruff, einer der bekanntesten Architekten seiner Zeit, der auch an Planung der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg beteiligt war. |
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![]() Die Pfarrkirche St. Peter vor dem Umbau |
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Zwei Episoden aus dem Leben
Pöhnleins
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Bootsfahrt auf der Altmühl Der spätere Hochschulprofessor und Regens Dr. Andreas Bauch, geboren in Ensfeld, war zu Beginn seines priesterlichen Wirkens Kaplan in Dollnstein bei Pfarrer Pöhnlein. In seinem Buch "Priester in Veranwortung" berichtet er: "Zuerst kam ich nach Dollnstein zu Pfarrer Pöhnlein. Das war ein Romantiker! Der Kaplan musste mit ihm mit Lampions auf der Altmühl kahnfahren - im Sommer, im August, war es gewesen. Dabei sangen wir "Santa Lucia", und wehe, wenn ich nicht fest mitgesungen hätte! Bald darauf fuhr er in Urlaub, und mich hat er allein zurück-gelassen, bis er wiederkam. Na ja, das war nur ein Präludium, ein Vorspiel. Aber dann wurde ich nach Eibach versetzt. Diaspora! ...
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Das Sulzdorfer Kriegerdenkmal Der letzte Ort
von Pöhnleins seelsorgerlichem Wirken war Sulzdorf im heutigen
Landkreis Donau-Ries. Dort sollte 1933 der Friedhof bei der Kirche
erweitert werden und darauf auch das Kriegerdenkmal für die
Gefallenen und Vermissten des 1.Weltkrieges errichtet werden. Doch
das Nationalsozialistische Regime wollte dieses nicht neben der
Kirche haben. Der neue Friedhofsteil musste also 1934 also ohne
Kriegerdenkmal eingeweiht werden. |