Lebensräume:       Wälder       Trockenrasen und Wacholderheiden        Naturreservat Beixenhard


Lebensräume

 

Wälder

Große Teile des Gemeindegebietes von Dollnstein sind mit Wald bedeckt. Während der Talgrund landwirtschaft-lich genutzt wird, wechseln auf den Hochflächen ausgedehnte Mischwälder mit den kargen, steinigen Feldern auf den Rodungsinseln um die Dörfer. Das ausgedehnteste Waldgebiet bildet der Wittmeßwald mit dem Saupark auf der Hochfläche südöstlich von DoIlnstein. lnmitten typischer mittelalterlicher Rodungsinseln liegen die Dörfer Eberswang, Schönfeld und Haunsfeld.

 

Trockenrasen und Wacholderheiden

Charakteristisch für die Dollnsteiner Landschaft sind die Trockenrasen und Wacholderheiden. Sonne, Trockenheit und die kargen Bodenverhältnisse auf den kalkigen Jurahängen begünstigten die Entwicklung der typischen Pflanzen- und Tiergesellschaften der Trockenrasen, Halbtrockenrasen und Felsbänder. Je nach Jahreszeit wächst hier eine Vielzahl von Pflanzen, die den trockenen Standort vertragen. Viele Insekten bevölkern diesen Lebensraum, besonders Schmetterlinge.  Der ausgedehnteste Trockenrasenhang liegt am nördlichen Talhang bei Obereichstätt.

 


Wacholder auf dem Kalvarienberg

Die Beweidung durch Schafe hat auf den Trockenrasen über Jahrhunderte den Lebensraum Wacholderheide geschaffen. Von den Gehölzpflanzen, die diese Flächen natürlicherweise rasch besiedelt hätten, ließ die Weidenutzung nur diejenigen zurück, die nicht von den Schafen verbissen wurden. So entstanden die typischen Wacholderheiden. Sie sind durch den säulenförmig wachsenden Wacholder geprägt, enthalten aber auch Weißdorn und verschiedene weitere einheimische Gehölzarten, die von den Schafen verschmäht wurden. Auch für die Tierwelt ist der  Lebensraum Wacholderheide von großer Bedeutung. Hier finden Vogelarten, die im Gebüsch brüten, ebenso wie die durchwegs Wärme liebenden Reptilien ideale Lebensbedingungen.

Im Dollnsteiner Gemeindegebiet liegen ganz besonders schöne Wacholderheiden am Talhang nördlich der Altmühl (vom Kalvarienberg bis zum Burgsteinfelsen - Bild links) und am östlichen Hang des Urdonautales an der Sonnleite zwischen Dollnstein und dem Weiher beim Groppenhof. Da sie seit Jahrzehnten nicht mehr

bzw. nur mehr in ganz geringem Umfang beweidet wurden, waren diese Hänge stark „verwaldet" und „verbuscht", vorwiegend durch Schlehen und Kiefern. Um sie als wertvolle Biotope und charakteristische Erscheinungen im Landschaftsbild zu erhalten, hat man in den letzten Jahren verstärkt damit begonnen, sie durch Ausforstung der Hecken, Sträucher und Bäume wieder in den früheren Zustand zu versetzen. Um diesen zu bewahren, beweiden heute Hüteschäfer mit ihren Schafherden regelmäßig die Hänge des Altmühltals.

 

Naturwaldreservat Beixenhart

Das Staatswaldrevier zwischen der Haunsfelder Lichtung und dem Urdonautal trägt den Namen Beixenhart. Der sehr steile Abfall am Prallhang von der meist über 500 m gelegenen Hochfläche in das mit der Sohle knapp über 400 m liegende Rieder Tal, die Groppenhofer bzw. Rieder Leite, ist seit Jahren ein von der Forstverwaltung eingerichtetes Naturwaldreservat, das einzige im Landkreis Eichstätt. Um den Wald in seinem naturnahen Zustand zu erhalten und sogar wieder zu einem Urwald werden zu lassen, wird in diesem Waldgebiet jegliche Nutzung unterlassen; nicht einmal abgestorbene oder vom Sturm gefällte Bäume werden aufgearbeitet. So will man forstwirtschaftliche und forsttechnische Erkenntnisse zur Entwicklung naturnaher Waldbauweisen, zur Landschaftspflege und zum Biotopschutz gewinnen.

 

 

Durch das Naturwaldreservat verläuft auf der Höhe der Dolomifelsen nahe der oberen Hangkante ein wilder, fast alpiner Steig. Wer es auf diesem Weg durchwandert, sich dabei durch Felsengen zwängt, die Felskanzeln erklimmt, über umgefallene Bäume balanciert und am Ende des Weges vor der imponierenden Felsenruine des Beixenstein steht, dem erschließt sich dieser Wald ganz besonders eindrucksvoll. Wer dieses großartige Naturerlebnis kulturell ergänzen ergänzen will, kann beim Beixenstein am Ende des Jägersteigs auf dem Grat zwischen dem Urdonau- und Bäckertal hinaufsteigen zu den ausgedehnten Resten des Hünenrings und auf dem hier beginnenden Forstweg wieder ins Tal absteigen.