Eberswang  Geschichte, Kirche St. Alban


Eberswang

 

 

Ortsgeschichte

Eberswang, bereits um 800 gegründet,  ist der einzige Ortsteil der Gemeinde Dollnstein, der auf der Jura-Hochfläche liegt.  Es wurde an dieser Stelle wohl wegen der Quelle ("Solabrunnen") vor der Kirche gegründet. Diese wird schon 1377 als "Sulenprunnen“ urkundlich erwähnt und versorgte die Dorfbewohner Jahrhunderte lang mit dem Wasser für Mensch und Vieh. Wenn es nicht ausreichte, musste es mit Fuhrwerken in mühsamer Arbeit von der Altmühl herauftransportiert werden. Erst durch den Anschluss an die Wasserleitung (1914) wurde der heute überdachte Solabrunnen vor der Kirche überflüssig.

Eberswang hat etwa 140 Einwohner

 

Nahe an Eberswang führte die in der Mitte des 2. Jahrhunderts  erbaute Römerstraße von Nassenfels nach Weißenburg vorbei.

 

Zur ausführlichen Ortsgeschichte

 

Der "Solabrunnen"

 

 

Der Legende nach ließ der hl. Sola,   der im 8. Jahrhundert in der Solnhofener Gegend missionierte, auf der wasserarmen Jurahochfläche eine Quelle entspringen.  I

 "Zur Zeit großer Hitze und Trockenheit wanderte der hl Sola durch das Dorf Schernfeld und begegnete dort einer Frau, die im Tal Wasser aus der Altmühl geholt hatte. Er bat sie um einen Trunk für sich und seinen Esel. „Das wäre nicht gescheit“, antwortete die Frau, „wenn ich dir das Wasser gäbe, so ich mit so viel Mühe von der Altmühl herauf auf den Berg getragen habe“. Sola ging weiter und kam nach Eberswang. Wieder traf er eine Frau, die er um Wasser bat. Sie gab es ihm. Da stieß der Heilige mit dem Stab auf den Boden, und es entsprang eine Quelle, die seitdem die Menschen labt.

Gibt man aber einem Schernfelder zu trinken, so trocknet die Quelle aus, so dass sie mit Wallfahrten und Gelöbnissen wieder zum Sprudeln gebracht werden muss.

Zum ausführlichen Text über den Solabrunnen

Bild: "Solawunder"
Volkstümliches Gemälde in einer Feldkapelle am Kapellenweg am südöstlichen Ortsrand von Eberswang

 

 

 

Die Kirche St. Alban

 

 

Die Kirche St. Alban wurde der Jahreszahl am Portal zu Folge  in der heutigen Form 1720 gebaut. Am 2. Juni 1726 erhielt sie ihre kirchliche Weihe. Ob von einer mittelalterlichen Vorgängerkirche, deren Inventar 1672 aufgelistet ist, die Mauern wiederverwendet wurden, ist unklar.

Der Dachreiter stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert. Er war gemauert.  Bei der Renovierung 1956  wurde er durch eine mit Platten verkleidete Holzkonstruktion ersetzt.

Damals wurde auch die Kirchenmauer  entfeuchtet und zum Schutz gegen aufsteigenden Wasser um das Fundament ein Betonsockel gelegt (siehe Solabrunnen).

 


 

Den Mittelpunkt des Kirchenschiffes bildet der dreiteilige Barockaltar von 1720. Der Aufbau, eingeteilt durch 4 Säulen, ist flankiert von den Holzfiguren – wohl der hl. Alban oder Willibald – Alban war nicht Bischof – Willibald trägt nicht das Rationale) und Sola mit dem Esel, „der Handschuherrichtung angehörig“ (Felix Mader).
Die Mitte bildet die barocke Pieta (1. Hälfte 18. Jh.), die Mutter mit dem vom Kreuz abgenommenen Jesus im Schoß. Bemerkenswert sind auch die zierlichen Schnitzereien am oberen Teil des Altaraufbaus und den Kapitellen. Das Bild im Altarauszug zeigt Gottvater und den hl. Geist –  Jesus, die dritte Person ist in Gestalt des Altarsakramentes im Tabernakel!)

Das bedeutendste Kunstwerk der Kirche ist die Madonna an linken Chorbogen  aus dem frühen 16. Jahrhundert, „eine vornehme, monumentale Konzeption, großzügig im Faltenwurf und bedeutend im Ausdruck“ (Felix Mader in: Der Meister des Eichstätter Domaltares“ in: (Die christliche Kunst, 1912/13, S. 228). Sie steht auf einer Mondsichel und zertritt einen Kopf, (den Teufel - meistens eine Schlange) – Sinnbild für das Böse. Der innige, seelenvolle Blick der Muttergottes zieht das Auge des Andächtigen in seinen Bann und lässt ihn mit Zuversicht und Vertrauen zu ihm aufblicken.

Die 1.80 m hohe Figur stammt aus dem ehemalien Kloster Marienstein. Ursprünglich waren die Farben der Fassung der Kleider viel kräftiger - der Mantel außen Gold,  innen rotes Futter, das Gewand blei (silbern). Bei der Restaurierung durch den Kirchenmaler Schmer 1949 wurden sie mit Bronze überzogen (gebrochen). Nur die Karnation (Fleischfarbe) und die Krone Mariens blieben unberührt.

Die zierliche Marienfigur auf einer Konsole an der Südwand der Kirche
ist ein Abbild der "Schwarzen Madonna"  von Altötting  und hat wie diese ein sehr hohes Alter.

Eine besonders gute, feine, detailreiche Malerei mit bewegten Szenen sind die jeweils 67 cm hohen 14 Stationen des Kreuzwegs im Stil des Spätrokokos. an den Wänden. Auch dieser Kreuzweg stammt wahrscheinlich aus Marienstein.
Der Maler der Kreuzwegstationen war Chrysostomus Wink  (1725-1795). Er war  Hofmaler des Eichstätter Fürstbischofs und schuf die 14 Bilder um 1770. Er hat sich auf der 10. Station ist wahrscheinlich selbst abgebildet. Zu den Kreuzwegstationen: Die 14. Station ist signiert (Chrysostomus Wink).

Eine Rarität ist die Eberswanger Orgel, eine so genannte "Truhenorgel" mit "verkürztem" Manual. Sie wurde früher bei der Fronleichnamsprozession in Eichstätt mitgetragen . Die für das Erklingen der Orgelpfeifen benötigte Luft wird durch Ziehen des Blasebalges mit zwei Gurten erzeugt.
 

Rechts eine der beiden Trage-(Prozessions-)stangen
mit Leuchterengeln  aus der Barockzeit

 

Bericht des EK über das Orgelkonzert von Otmar Heinz am 1. Juni 2014

 

 

Zwei gute dekorative, fein gemalte Rokokoarbeiten sind auch die beiden größeren Ölgemälde Sie zeigen die hl. Barbara, abgebildet mit Kelchmonstranz und Turm und Leonhard, den Schutzpatron der Gefangenen und des Viehs mit einem Gefangenen und einem Tier im Hintergrund. Sie entstanden 1760-80. Bemerkenswert beim Leonhardbild auch die Goldgravierungen in den Rahmen. Die beiden Bilder passen eigentlich nicht in die Kirche (zu groß) und wurden wohl ebenfalls in der Säkularisation gekauft.

 

Zur Beschreibung aller Kunstwerke der Kirche