
Blick auf den befestigten "Inneren
Markt" mit Kirche und Burgfelsen
Geschichte
Dollnsteins
Vorgeschichte
Die ältesten Spuren der
Menschen im Dollnsteiner Gemeindegebiet reichen weit in die
Steinzeit zurück. In der
Pulverhöhle bei Breitenfurt und in der
Höhlenruine Beixenstein bei Ried fanden Archäologen Faustkeile aus
der Zeit des Neandertalers (50000 v. Chr.). Zahlreiche weitere Funde
aus diesen und anderen Höhlen belegen die lückenlose Anwesenheit des
Menschen in der Dollnsteiner Gegend bis heute.
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Viele Anzeichen
deuten darauf hin, dass das Gemeindegebiet in der
Bronzezeit (ab 1800 v. Chr.) und in der Eisenzeit (ab
750 v. Chr.), in der die Kelten hier siedelten,
besonders stark bevölkert war. Südwestlich von Ried liegen auf einem
Bergsporn Reste eines mächtigen Herrensitzes aus der
älteren Eisenzeit, der sog. Hünenring. Er war
gleichzeitig eine Fliehburg für die im Tal siedelnden
Bauern.
siehe Google-Earth-Bild
In Dollnstein wurden 1920 Reste eines Schmelzofens aus der Bronzezeit entdeckt.
Schlackenfunde an mehreren
Stellen im Gemeindebereich lassen darauf schließen, dass hier in der
Keltenzeit in größerem Umfang Erz verhüttet wurde. ln Breitenfurt
wurde 1980 eine Siedlung aus der Hallstattzeit (750 - 500 v Chr.)
ausgegraben, die einige hundert Menschen beherbergte. |

Der
Beixenstein mit dem von der Urdonau geschaffenen
Felsentor, in dem hervorragend erhaltene Faustkeile
aus der Steinzeit gefunden wurden.
Bild unten: Die
Pulverhöhle oberhalb von Breitenfurt |
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Der verfallene Wall des einst
mächtigen Hünenrings |

Das Felsentor in der
"Hilzernen
Klinge" |
Römerzeit
Wann sich im Dollnsteiner
Talkessel zum erstenmal Menschen auf Dauer ansiedelten, ist noch
nicht genügend erforscht. Sicher ist, dass zur Zeit der Römer, die
um 90 nach Christus unser Gebiet besetzten, eine Straße von
Weißenburg nach Nassenfels führte, die beim Burgfelsen -
wahrscheinlich auf einer Brücke - die Altmühl
überquerte. Auch wenn es bisher durch archäologische Funde noch
nicht belegt ist, kann man davon ausgehen, dass am Altmühlübergang dieser
Römerstraße schon damals Menschen siedelten, die sich durch
handwerkliche Tätigkeiten und Dienstleistungen für die
Durchreisenden ihren Lebensunterhalt verdienten. Da die Altmühl
damals auch als Wasserweg genutzt wurde, befand sich hier wohl auch
ein Umschlagplatz für Handelsgüter. Der
Luftbildarchäologe Rudolf Hager entdeckte nördlich des Friedhofs
auch die
Grundmauern eines römischen Gutshofs („villa rustica“). Vorstellbar ist
auch, dass die Römer
einen Militärposten zur Sicherung der Furt unterhielten.
Die Römerstraße führte –
von Weißenburg kommend - vom Steinbügel herunter und direkt an der
Südwestecke des Burgfelsens vorbei; hier überquerte sie die Altmühl
und verlief auf der Trasse der heutigen Reichenaustraße in Richtung
Gänsbuck. Nach dem Aufstieg zum Gänsbuck führte sie schnurgerade durch den
Beixenhard. In diesem ausgedehnten Waldgebiet ist ihre Trasse, zum
Teil auch als verfallener Wall noch deutlich sichtbar, bis heute erhalten. Erst kurz
vor Biesenhard wendete sie sich nach Osten in Richtung Nassenfels.
233 wurden die Römer von
den Alemannen aus der Gegend vertrieben. Die Römerstraße blieb
jedoch auch im Mittelalter und bis herein in die Neuzeit ein
wichtiger Verkehrsweg.
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Fotos: R. Hager / M. Hoedt
Nördlich des
Dollnsteiner Friedhofs (im Bild links oben) an der Straße
nach Eberswang (im Bild rechts oben) entdeckte Rudolf Hager
vor mehreren Jahren die Grundmauern von Gebäuden, die mit
großer Wahrscheinlichkeit zu einem römischen Gutshof
gehörten.
Im mittleren Bild wurden die deutlichsten Spuren
schwarz nachgezeichnet. |
Auch in einem Feld etwas östlich von
Obereichstätt zeichnen
sich im Acker die Umrisse von Gebäuden ab - mit großer
Wahrscheinlichkeit ebenfalls die Grundmauern eines römischen Gutshofs. |
Mittelalter und frühe
Neuzeit
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Mit großer
Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass schon
vor der Burggründung direkt an der ehemaligen Römerstraße am südlichen
Altmühlufer der Meierh of als ständige Ansiedlung bestand.
Der Ortsname "Tollunstein"
- Dollnstein findet sich zum
ersten Mal in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich ll.
im Jahre 1007, mit der dieser dem Benediktinerinnenkloster
Bergen bei Neuburg in „Tollunstein" zu "seiner und seiner Gemahlin Seelenheil" ein Gut schenkte. Da der Ortsname nur durch die Existenz
der
Burg erklärbar wird,
muss diese wohl schon damals existiert haben. Tatsächlich wurden bei
archäologischen Grabungen die Grundmauern einer Niederungsburg
(Unterburg) am Altmühlufer freigelegt, die bis ins 9.
Jahrhundert zurückgeht und im hohen Mittelalter von einer Höhenburg
(Oberburg) auf dem Felsen abgelöst wurde.
Die ersten urkundlich
bezeugten Besitzer v on Ort und Burg sind die Grafen von Grögling bei Beilngries,
die sich später nach Dollnstein benannten. Unter Bischof Hartwig von
Eichstätt (1196 - 1223) nahm dieses Grafengeschlecht seinen
Sitz auf der Burg Hirschberg bei Beilngries und benannte sich fortan
nach dieser. Der letzte Graf von Hirschberg starb 1305 kinderlos. In
den dadurch bedingten Erbstreitigkeiten erhielten die Grafen von
Oettingen Burg und Ort Dollnstein zugesprochen. Diese verkauften sie
1360 an die Herren von Heideck, unter denen der Ort eine Blütezeit
erlebte.
Friedrich II. von
Heideck erwirkte 1387 von König Wenzel für
Dollnstein das Marktrecht: Jedes Jahr durfte in
Dollnstein ein Jahrmarkt und jede Woche ein Wochenmarkt abgehalten
werden. Dies war von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die
weitere Entwicklung des Ortes. Die Heidecker bauten nun den
Inneren Markt planmäßig aus und befestigten ihn mit einer
ersten Wehrmauer, die 1401 schriftlich bezeugt ist.
1440 erwarb der
Eichstätter Bischof Albrecht II. von Hohenrechberg Burg und Ort
Dollnstein. Dollnstein bildete nun, später zusammen mit Mörnsheim,
ein „Pfleg- und Kastenamt" des Hochstiftes Eichstätt. Die Bischöfe
als Dollnsteiner Landesherren kümmerten sich immer wieder um
die den Ausbau ihres Besitzes: Schon 1445 ließ
z. B. Bischof Albrecht II. an
die Burgmauer im Süden und Osten die „Wirtschafts-gebäude“ (Vorburg)
anbauen.
1490 umgab Bischof
Wilhelm von Reichenau den Markt mit der heute noch erhaltenen
Wehrmauer, in die er die Befestigung von 1401 mit einbezog.
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Der
mauerumgürtete "Innere Markt"

Der
Burgfelsen von Westen

Das Oval der
Dollnsteiner Burganlage

Ortsbefestigung mit nördlichem Torturm |
19.
und 20. Jahrhundert
| Dollnstein blieb in fürstbischöflichem Besitz bis zur Säkularisation 1803. In diesem
Jahr fiel es mit dem übrigen Gebiet des "Unteren Hochstifts"
Eichstätt an den Großherzog Ferdinand von Toskana. 1806 kam
Dollnstein zusammen mit dem Eichstätter Gebiet an das Königreich
Bayern. Danach gehörte es zu verschiedenen „Kreisen" (heute
Regierungsbezirke) an: zum "Altmühlkreis" (1808 - 1810), zum
Oberdonaukreis (1810 - 1817), zum Regen-kreis (1817 - 1838) und zu Mittelfranken (1838 - 1972).
1972 wurde Dollnstein im
Zuge der Gebietsreform in den Regierungsbezirk Oberbayern
umgegliedert.
Wichtige Ereignisse im
19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren der Bau der
Eisenbahnlinie lngolstadt - Treuchtlingen, durch die Dollnstein an
das bayerische Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, und der Bau der
Lokalbahnstrecke nach Rennertshofen 1913 - 1916, auf deren Trasse heute der
Radweg ins Urdonautal verläuft. Neben den wirtschaftlichen
Vorteilen, die sich bis heute auswirken, brachte der Bau der
Hauptlinie nach Treuchtlingen auch gravierende Eingriffe ins Orts-
und Landschaftsbild.
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Beim Bahnbau 1867-70 wurde durch
Schaffung eines "Einschnittes" für die Bahntrasse der
nördliche Teil des Schäfersbergs abgetrennt und erhielt im
Volkmund den Namen "Stuppberg". |
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Das wichtigste Ereignis
zwischen den beiden Weltkriegen war die Regulierung der Altmühl, die
bis dahin träge und mit vielen Windungen durch das Tal floss und
beinahe jedes Jahr mehrere große Überschwemmungen verursachte. Der
Fluss wurde begradigt, ehemalige Schleifen wurden mit Aushubmaterial
aufgefüllt oder blieben als Altwasser erhalten, neue Wehre wurden
gebaut, die den Wasserablauf regulierten, Uferböschungen begradigt
und durch Steine befestigt. Durch die Talwiesen wurden
Entwässerungsgräben gezogen, um den Grundwasserspiegel zu senken - alles in
allem Maßnahmen, die das Aussehen des gesamten Tales stark
veränderten und heute so wohl nicht mehr durchgeführt werden
könnten. Durch die Regulierung wurde die Hochwassergefahr stark
gemindert und damit die Nutzung der Talwiesen intensiviert.
Bis herein ins 19.
Jahrhundert blieb der Ort Dollnstein im wesentlichen auf den
"lnneren" und "Äußeren Markt" (etwa bis zur
Angerstraße) beschränkt. Dies änderte sich grundlegend erst im 20.
Jahrhundert. Vor allem in den Jahrzehnten nach dem Zeiten Weltkrieg
weitete sich der Ort durch neue Siedlungsgebiete stark nach Süden
aus. |

Dollnstein 1958
Foto:Geißler |
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Auf der Hochfläche an der
Straße nach Haunsfeld entstand eine
völlig neue Siedlung.
Nach 1950 begann sich -
wie überall - auch das Ortsbild radikal zu ändern: Viele der alten
Jurahäuser verschwanden nach und nach und wurden durch neue
Wohnhäuser ersetzt. Die nötige Infrastruktur wurde geschaffen
(Wasserversorgung, Abwasseranlagen, Ausbau des Straßennetzes) und
eine moderne Volksschule gebaut. Sportanlagen und andere Freizeit-
und Erholungseinrichtungen stehen der Bevölkerung und den Gästen,
zur Verfügung, die der anwachsende Fremdenverkehr in die Gemeinde
führt.
Im Zuge der Gebietsreform
kamen mehrere zuvor selbständige Gemeinden zu DoIlnstein: 1970 Ried,
1971 Eberswang mit Hagenacker sowie Breitenfurt, 1978 schließlich
Obereichstätt. Heute hat der Ort Dollnstein ca. 1700 Einwohner, die
gesamte Gemeinde mit ihren Ortsteilen ca. 3000.
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Neue Siedlungsgebiete
2006 |
Zeittafel
Sehenswertes in
Dollnstein

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